Verlauf

Juli 3rd, 2009

Obwohl die Alzheimer Erkrankung bei jedem Betroffen ganz unterschiedlich verläuft, gibt es doch einige Stadien, die von jedem Erkrankten durchlebt werden, wenn auch in unterschiedlichem Tempo. Vor allem im ersten Stadium, in welchem erste Anzeichen auftauchen, können ähnliche Veränderungen festgestellt werden. Insgesamt unterscheiden Ärzte drei Stadien, die im Folgenden näher veranschaulicht werden.

Erstes Stadium

Die ersten Hinweise auf eine Alzheimer-Erkrankung zeigen sich in der Vergesslichkeit. Hier ist erstmal vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen, denn meist werden Dinge vergessen, die noch nicht sehr lange zurückliegen. Namen von Menschen, eben geführte Unterhaltungen oder Einfälle sind in nächsten Minuten wie aus dem Gehirn herausgelöscht. Auch das Sprachverständnis kann beeinträchtigt werden, sodass einem Worte während des Sprechens einfach nicht mehr einfallen oder man der Unterhaltung nicht mehr folgen kann, da die Informationsaufnahme gestört wird. Das führt zu Teilnahmslosigkeit, Zurückziehen und dem Verfall in die Depression. Auch charakteristische Merkmale einer Person können plötzlich aus dem Gedächtnis entfallen. Das kann sich dadurch bemerkbar machen, dass der/die Erkrankte Verhaltensmuster an den Tag legen, die vor der Alzheimer-Erkrankung untypisch waren. Solche Veränderungen werden begleitet durch immense Stimmungsschwankungen, Unsicherheit und Frustration. Ein weiteres Anzeichen ist die Orientierungslosigkeit, bei minimalen Veränderungen im Umfeld der Betroffenen. Da kann es schon mal passieren, dass man den Weg nach Hause nicht mehr findet, weil man beispielsweise nur durch die Änderung des Tageslichts abgelenkt wird. Bei all diesen Erscheinungen, die hauptsächlich auf Funktionsstörungen im Kurzzeitgedächtnis zurückzuführen sind, ist das biographische Gedächtnis der Personen, also alte Erinnerungen immer noch stark ausgeprägt.

Zweites Stadium

All die Symptome, die oben beschrieben worden sind, treten im zweiten Stadium verstärkter auf und die meisten Erkrankten sind zunehmend auf Hilfestellungen von außen angewiesen. Alltägliche Aufgaben wie Anziehen oder Duschen, aber auch Tätigkeiten wie Schreiben oder Rechnen werden immer schwieriger. Später kann man Probleme beim Essen und Gehen beobachten, was zu Gewichtabnahmen führen kann. Andere wiederum essen unbewusst und nehmen stark zu. Die Verwirrtheit kommt an den Tag, sodass die Betroffenen Reihenfolgen von Abläufen vergessen und dadurch Aufgaben selbständig nur unvollständig erledigen können. Während das Langzeitgedächtnis noch intakt ist, wird das Lernen und die Informationsaufnahme eingeschränkt. Der Sprachfluss nimmt, wegen steigender Wortlosigkeit ab, sodass die Personen irgendwann fast nur das Notwendigste äußern können. Auch Stimmungsschwankungen zeigen sich in immer kürzeren Abständen und verstärkt, bis zu Weinkrämpfen. Ein weiteres markantes Merkmal für das Fortschreiten der Alzheimer-Demenz sind nächtliche Wanderungen in den Wohnorten oder Städten. Gegen Ende dieses Stadiums leiden Erkrankte an Wahnvorstellungen und Verfolgungswahn und reagieren immer aggressiver auf die Anforderungen, die für sie kaum mehr zu bewältigen sind.

Drittes Stadium

Im Dritten und fortgeschrittenen Stadium sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage die einfachste Fertigkeiten auszuführen. Familie und Freunde erkennen Sie nicht mehr und sind vollständig auf Pflegepersonal angewiesen. Die Sprache ist mittlerweile nur noch auf einige Wort beschränkt, bis sie das Sprechen vollkommen aufgeben. Die Muskulatur verschlechtert sich immer mehr, bis die Erkrankten nicht mal in der Lage sind, aufrecht zu sitzen und zu Bettlegern werden. Es kommt zu Harn- und Stuhlinkontinenz, wegen der immer steifer werdenden Gelenke und Glieder. Die Teilnahmslosigkeit verstärkt sich zunehmend und man hat das Gefühl, dass die Erkrankten ihre Umgebung und sich selbst gar nicht mehr wahrnehmen. Am Ende des Stadiums wird sogar das Schlucken und Kauen schwieriger, bis es gar nicht mehr geht. Die kraftlosen und schwachen Betroffenen sterben in den meisten Fällen an Herzversagen oder Lungenentzündung.

Die Lebenserwartung der Alzheimer-Erkrankten beträgt circa sieben bis zehn Jahre, nach dem die Diagnose festgestellt wird. Es gibt allerdings auch Erkrankte, die das dritte Stadium schon nach vier Jahren erreichen, aber auch welche, die nach dem Befund noch über 20 Jahre gelebt haben.

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