Therapie

Juli 3rd, 2009

Zur Behandlung von Alzheimer-Demenz gibt es zwei unterschiedliche Therapieansätze. Wobei die vollständige Heilung der Krankheit bislang nicht möglich ist. Allerdings kann man entweder mit einer medikamentösen Therapie oder mit nicht-medikamentösen Mitteln die Verschlechterung der Symptome hinauszögern oder diese stabilisieren. So kann die Aufnahme von Pflegepersonal etwas hinausgeschoben werden.

Behandlung mit Medikamenten:

Die Behandlung mit Medikamenten erfolgt mit den Präparaten Memantine (NMDA-Antagonist) und Acetylcholinesterase-Hemmer. Beide Arztneimittel wirken positiv auf die, durch die Alzheimer-Demenz, gestörten Botenstoffe Glutamat und Acetylcholin. Wobei Memantine diese erhöhte Menge an Glutamat reguliert und so dafür sorgt, dass die Nervenzellen, statt abzusterben, funktionstüchtig bleiben und damit die kognitive Leistungsfähigkeit erhalten bleibt. Das sorgt dafür, dass die Alzheimer-Erkrankten länger in der Lage sind, alltägliche Aktivitäten selbstständig durchzuführen. Somit erfolgt durch die Behandlung mit Memantine eine körperliche und geistige Besserung. Acetylchlonesterase-Hemmer wird eingesetzt, um den Botenstoff Acetylcholin, der für die Weiterleitung der Informationen im Gehirn verantwortlich ist, vor dem Rückgang zu schützen. Normal gibt es zwischen dem Aufbau und Abbau des Stoffes ein Gleichgewicht, das jedoch bei Alzheimer-Betroffenen nicht mehr gegeben ist, denn da verläuft die Bildung des Stoffs langsamer während der Abbau im gleichen Tempo, wie bei gesunden Menschen ist. Hier sorgt das Arzneimittel für eine Hemmung des Abbaus von Acetylcholin und damit für Verlängerung der Übertragung von Nervenreizen. Allerdings wird der Acetylcholinesterasehemmer nur in dem ersten Stadium eingesetzt. Denn da sie absolut keine Wirkung auf den Nervenzellentod haben, ist es in späteren Stadien zwecklos dieses Präparat anzuwenden, weil da schon so viele Nervenzellen abgestorben sind, dass kein effektiver Gleichgewicht mehr erfolgen kann.


Nicht-medikamentöse Behandlung:

Bei dieser Art der Behandlung spielen die Angehörigen und das Pflegepersonal eine sehr große Rolle. Es geht hier darum, die Lebensfreude und Selbstrespekt des Demenzerkrankten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und die fachliche oder familiäre Betreuung hinauszuzögern. Um das zu erreichen, sollten Angehörige den Alzheimer-Erkrankten beschäftigen, im Sinne der Förderung von physischen und psychischen Aktivitäten, die zu den gewohnten Tätigkeiten, vor der Erkrankung des Betroffenen gehörten. Das können Haushaltsarbeiten aber auch Hobbys, wie Wandern oder Fahrradfahren sein. So wird das Verlernen bzw. Vergessen der Dinge hinausgezögert. Außerdem ist ein strukturierter Tagesablauf effektiv, denn so können Verwirrungen, durch spontane Änderungen vermieden werden. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass sie nicht überfordert werden oder sich stark dazu gezwungen fühlen, etwas zu tun, was sie nicht möchten. So kann es nämlich zum Vertrauensbruch und damit zum totalen Rückzug von der Außenwelt kommen, womit genau das Gegenteil erreicht wäre. Generell sollte man Verständnis für die Veränderungen in der Welt des Demenzerkrankten zeigen und die nötige Ernsthaftigkeit an den Tag legen. Um das Langzeitgedächtnis, welches erst in den späteren Stadien betroffen ist, intakt zu erhalten, empfiehlt es sich, zusammen Fotoalben zu betrachten, alte Geschichten zu erzählen und bevorzugte alte Bücher zu lesen und Musik zu hören. So kann das Erinnerungsvermögen stabilisiert werden. Generell spielt die Zuwendung und das „Dasein“ eine sehr große Rolle. Vermeiden sollten Sie vor allem den Alzheimer-Erkrankten zu versuchen neue Dinge beizubringen, vor allem das logische Verständnis ist nicht mehr gegeben. Außerdem sollte man sich nicht auf Diskussionen oder Vorwürfe einlassen. Sie sollten versuchen Geduld, Respekt und Freundlichkeit an den Tag zu legen. Auch wenn es nach einiger Zeit schwer fällt, versuchen Sie Ihren Angehörigen die letzten Jahre oder Monate so angenehm wie möglich zu gestalten.

Empfehlung

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